Glossar

Formative Beurteilung

Formative Beurteilungen (auch formative Leistungsmessungen) stellen das Gegenteil zur summativen Leistungsmessung dar. Als Unterscheidung zwischen beiden wird die Funktion der Leistungsmessung herangezogen. Formative Leistungsmessungen beschreiben eine lernprozessbegleitende Form von Beurteilung, über die Informationen zum laufenden Lernprozess des Schülers gewonnen und diesem zeitnah zurückgespiegelt werden. Mithilfe dieser Informationen können LehrerInnen zur Gestaltung eines verbesserten Lernprozesses beitragen, indem sie diese in ihre Unterrichtsplanung mit einbeziehen und diesen hierdurch adaptiv im Sinne einer Binnendifferenzierung gestalten (Maier, 2010). Geprägt wurde der Begriff vor allem durch die Autoren Paul Black und Dylan Wiliam in den späten 1990er Jahren (Black/Wiliam, 1998a, 1998b), wesentliche Aspekte können jedoch bereits auf Bloom’s Konzept zum mastery learning zurückgeführt werden (Guskey, 2010). Laut OECD kann die formative Beurteilung als eine der wirksamsten Beurteilungsstrategien zur Erhöhung der Lernleistung angesehen werden, die zudem einen Beitrag zum “Lernen lernen” des Schülers und somit zu einer Förderung seiner Kompetenz zu einem lebenslangen Lernen leistet (Center for Educational Research and Innovation, 2005). In der neueren Literatur (bspw. Wiliam, 2011) wird verstärk der Begriff Assessment for Learning verwendet, um stärker zu betonen, dass es sich um eine Beurteilung handelt, die einen formenden und gestaltenden Einfluss auf den Lernprozess hat.

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